Schmankerl des Monats: August 2005

Am 30. Juni 2005 kam es auf Initiative der BIM zu einem Treffen mit dem Groß Enzersdorfer Bürgermeister Rainer Hübl (SPÖ) und vier Stadträten – Gerhard Draxler, Johan David, Herbert Eigner (alle SPÖ) und Karl Pfandlbauer (ÖVP) (*).
Dabei beklagten die offiziellen Vertreter unserer Stadtgemeinde die mangelnde Informationspolitik: Sie hätten erst im Mai dieses Jahres durch einen Fernsehbericht von der geplanten Trassenführung erfahren und die ASFiNAG habe ihnen bis heute keine Unterlagen zukommen lassen.
In einem Kurier-Interview vom 23. April (!) dieses Jahres gab sich Bürgermeister Rainer Hübl nicht so uninformiert: „Vor drei Wochen haben uns die Vertreter der Asfinag über den aktuellen Projektstand, Kosten und Machbarkeitsstudien informiert. (…) Der geplante S1-Verlauf entlang der Landesgrenze entspricht der vor zwei Jahren deponierten Wunschlösung.“ (**)

Als sei das nicht schon Widerspruch genug, fragen wir uns ernsthaft, wie es um die Geografiekenntnisse unserers Bürgermeisters bestellt ist: „Die Röhre kommt exakt an der Landesgrenze ans Tageslicht, einen Kilometer von unserer Stadtgrenze, wo ohnehin unbewohntes Gebiet ist“, gibt Bürgermeister Hübl im selben Interview zum Besten.
Ein maßstabsgetreuer Plan von Groß Enzersdorf, auf dem das geplante Tunnelende eingezeichnet ist (hier klicken), verrät uns, dass unsere Stadtregierung wohl kürzlich neue Stadtgrenzen festgelegt haben muss: Im angesprochenen Radius von einem Kilometer liegen nicht nur der Großteil des Groß Enzersdorfer Stadtgebietes, sondern auch unsere Kirche, unser Rathaus, Schulen, Kindergarten – sowie auch das Wohnhaus des Bürgermeisters. Dieses steht gar noch – wie viele andere Wohnhäuser auch – in der „500-m-Zone“.

 

Sie fragen sich, wie ein Bürgermeister eine Autobahn befürworten kann, die praktisch direkt am Siedlungsgebiet liegt und mit ihrem Lärm, ihren Abgasen und ihrem Feinstaubausstoß ganz Groß Enzersdorf schwer belasten wird?
Deponieren Sie Ihre Frage persönlich bzw. schriftlich bei Bürgermeister Rainer Hübl oder bei den anderen Mitgliedern des Groß Enzersdorfer Stadtrates!

 

(*) BIM-Presseaussendung vom 5. Juli 2005

(**) Kurier vom 23. April 2005